Für einen"erfolgreichen" Social Media Auftritt müssen GFs nicht tanzen, Kantinenessen nicht ständig fotografiert werden und Azubis keine Social Media Experten werden.

Social Media beginnt nicht mit Algorithmen – sondern mit Haltung

(und nein: Geschäfts­füh­re­rIn­nen müs­sen dafür nicht tan­zen 😅😆)

Als Social-Media-Exper­tin bin ich regel­mä­ßig auf Ver­an­stal­tun­gen rund um Sicht­bar­keit, Mar­ke­ting und digi­ta­le Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­wegs. Oft mit der bekann­ten Exper­tin­nen­bril­le auf der Nase, von wei­te­ren Exper­tIn­nen umge­ben. Wir spre­chen über Ver­än­de­run­gen in Algo­rith­men, neu­en KI-Anwen­dun­gen, Auto­ma­ti­sie­run­gen und Trends.

Span­nend und für mei­ne Bera­tungs­kom­pe­tenz unver­zicht­bar ist es, die­se Bril­le zwi­schen­durch bewusst abzu­set­zen – und Social Media ein­mal aus der Per­spek­ti­ve der­je­ni­gen zu betrach­ten, die es im All­tag neben allem ande­ren irgend­wie mit­ma­chen sol­len.

Denn genau da ent­ste­hen vie­le Miss­ver­ständ­nis­se rund um Social Media.

„Social Media ist nicht meine Kernkompetenz“ – und das ist völlig okay

Wenn Unter­neh­me­rIn­nen sagen, Social Media sei nicht ihre Kern­kom­pe­tenz, mei­nen sie sel­ten: „Ich kann das nicht.“

Meist mei­nen sie : „Ich habe einen Laden zu füh­ren, Kun­dIn­nen zu betreu­en, Mit­ar­bei­te­rIn­nen im Blick zu behal­ten – und jetzt soll ich auch noch Con­tent pro­du­zie­ren?“

Und dann tau­chen sie auf, die­se Bil­der im Kopf:

  • Geschäfts­füh­re­rIn­nen, die plötz­lich tan­zen sol­len
  • Mit­tag­essen-Fotos, die als „Con­tent“ her­hal­ten müs­sen
  • Azu­bis, die Social Media „mal eben mit­ma­chen“, weil sie jung sind

Spoi­ler: Das ist kei­ne Stra­te­gie. Und oft auch kei­ne gute Idee.

Die gute Nachricht: Viele machen schon mehr richtig, als sie denken

Was mir immer wie­der auf­fällt: Vie­le Unternehmer:innen machen bereits sehr gutes Social Media – ohne es so zu nen­nen.

Kla­re Bot­schaf­ten. Fach­li­che Inhal­te. Ein ech­ter Ein­blick in die eige­ne Arbeit. Kein Zwang zur Selbst­dar­stel­lung, kei­ne pein­li­chen Trends, kei­ne Ver­klei­dun­gen für den Algo­rith­mus.


Fallbeispiel: Karin Hermann und ihre “Rheinische Hundeschule”

Ein schö­nes Bei­spiel dafür ist Karin Her­mann mit ihren Vide­os für ihre Rhei­ni­sche Hun­de­schu­le, zB hier auf Insta­gram.

Karin ist wie ich Mit­glied bei den Akti­ven Ber­gi­schen Unter­neh­me­rin­nen e.V und hat mir und den ande­ren Teil­neh­me­rin­nen im Rah­men eines Netz­werktref­fens mal ganz kon­kret gezeigt, wie sie in die Umset­zung kommt.

Obwohl Social Media offi­zi­ell nicht zu ihrer Kern­kom­pe­tenz zählt, ist ihre Prä­senz genau das, was wir im Mar­ke­ting stän­dig pre­di­gen: 

  • authen­tisch, ver­ständ­lich und nah an der Ziel­grup­pe. 
  • Ohne Show. Ohne sich zu ver­bie­gen. 

Dafür mit Hal­tung – und im Zwei­fel mit Hund statt Hash­tag-Trend.

Social Media braucht keine Show – sondern Substanz

Einer der größ­ten Irr­tü­mer im Social Media Mar­ke­ting:

👉 Es muss IMMER unter­halt­sam sein.
👉 Es muss IMMER auf­fal­len.
👉 Es muss IMMER „per­for­men“.

Dabei wird oft ver­ges­sen:
Men­schen fol­gen nicht Inhal­ten, son­dern Men­schen.
Oder Unter­neh­men, denen sie ver­trau­en.

Und Ver­trau­en ent­steht nicht, weil jemand tanzt oder das Kan­ti­nen­es­sen doku­men­tiert.

Ver­trau­en ent­steht, weil Inhal­te ehr­lich sind, hilf­reich oder ein­fach nach­voll­zieh­bar.

Nicht jedes Unter­neh­men braucht:

  • vira­le Reels
  • täg­li­che Sto­rys
  • oder ein Azu­bi-Team, das plötz­lich Social-Media-Expert:innen erset­zen soll

 

Was es braucht, ist Klar­heit: Was wol­len wir sagen – und für wen?

Online-Kommunikation folgt (fast) denselben Regeln wie offline

Online-Kom­mu­ni­ka­ti­on folgt (fast) den­sel­ben Regeln wie off­line

Span­nend ist: Im ech­ten Leben käme kaum jemand auf die Idee, Kun­dIn­nen mit sinn­frei­en Mono­lo­gen voll­zu­tex­ten, aus dem Nichts crin­ge Witz­chen zu erzäh­len oder belang­lo­sen Details zu über­häu­fen. Online pas­siert das aller­dings stän­dig – aus Angst, „sonst nichts zu pos­ten“.

Dabei funk­tio­nie­ren gute Gesprä­che online genau­so wie off­line:

  • zuhö­ren
  • rele­vant blei­ben
  • ehr­lich sein
  • nicht alles sagen müs­sen

Genau die­se Hal­tung macht den Unter­schied – egal ob im per­sön­li­chen Aus­tausch oder in der digi­ta­len Kom­mu­ni­ka­ti­on, etwa in Räu­men wie der Rhei­ni­sche Hun­de­schu­le, wo Hal­tung und Atmo­sphä­re spür­bar zusam­men­kom­men.

Mar­ken ent­ste­hen nicht erst durch per­fek­te Con­tent­plä­ne. Sie ent­ste­hen durch Wie­der­erkenn­bar­keit und Bezie­hung.
Die Plä­ne braucht man, um Orga­ni­sa­ti­on effi­zi­ent zu gestal­ten, Span­nungs­bö­gen und Sto­rytel­ling zu opti­mie­ren und letzt­lich zB auch, um über ver­läss­li­che Fre­quenz auch Algo­rith­men zufrie­den zu stel­len.


Posi­tio­nie­rung und Hal­tung kommt aber immer an ers­ter Stel­le!

Fazit: Niemand muss tanzen – aber jede Marke darf Haltung zeigen

Social Media beginnt nicht mit Tools, Trends oder For­ma­ten. Es beginnt mit der Fra­ge:

Was passt zu uns – und was ganz sicher nicht?

Wenn die­se Fra­ge ehr­lich beant­wor­tet wird, lösen sich vie­le Pro­ble­me von selbst. Karin Her­mann posi­tio­niert sich mit ihren Inhal­ten zum Bei­spiel ganz bewusst gegen bestimm­te Kun­den­grup­pen.
„Man­che Hun­de­be­sit­zer pas­sen ein­fach nicht her. Die wol­len mei­nen Ansatz nicht anneh­men, da soll der Hund nur funk­tio­nie­ren. Dann neh­men die mir nur den Platz und die Ener­gie weg, die  ich für Mensch-Hund-Teams nut­zen möch­te, die mit mir arbei­ten wol­len.“

Mit kla­rer Hal­tung brau­chen Geschäfts­füh­re­rIn­nen kei­ne Cho­reo­gra­fie, Mit­tag­essen-Fotos kei­ne Büh­ne und Azu­bis kei­nen Exper­ten­sta­tus, den sie nie woll­ten.

Mein wich­tigs­tes Lear­ning – und das, was ich auch mei­nen Kund:innen mit­ge­be:

Gutes Social Media fühlt sich nicht anstren­gend an. Es fühlt sich stim­mig an.

Und oft sind die Zuta­ten dazu längst da. Es braucht nur den Mut, sie zu nut­zen und genau so zu zei­gen.

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